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Die häufigsten Sportverletzungen

Knie verrenkt, Fuß verstaucht oder Muskeln geprellt? Das ein oder andere Malheur ist sicher fast jedem Hobbysportler schon mal passiert. Wie Sie typische Verletzungen behandeln, wann Sie zum Arzt müssen


Gefoult? Wer weiß! Fußball ist jedenfalls die Sportart, in der sich Sportler am häufigsten verletzen

Die Deutschen lieben Fußball. Allerdings reicht ihre Liebe nur bis zum Fernseher, wie eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung ergab. Im Jahr 2010 haben die Marktforscher 35.000 Deutsche nach ihrer favorisierten Sportart gefragt. Ergebnis: Es ist das Radfahren. Auf Platz zwei liegt Gymnastik, gefolgt von Schwimmen. Fußball rangiert auf Platz zehn, lediglich zwei Prozent der Deutschen kicken aktiv. Krankenversicherer und Ärzte trauern dieser Zahl vermutlich nicht nach. Denn Fußball ist die Sportart, bei der sich die Menschen am häufigsten verletzen.

Welche Sportverletzungen kommen besonders oft vor?

Ob Knie, Hand oder Fuß die größte Problemzone ist, hängt unter anderem von der Sportart ab. Denn Sie bewegen sich dabei unterschiedlich und belasten verschiedene Körperbereiche vorrangig. Auch das Alter spielt eine Rolle, ebenso wie oft Sie Sport machen. Dennoch sieht Dr. Christian Schamberg-Bahadori, Orthopäde und Unfallchirurg aus Mainz, bestimmte Blessuren vermehrt. „Verletzungen der Bänder am Knie und am oberen Sprunggelenk kommen besonders häufig vor“, sagt er. Knicken Sie mit dem Fuß um, verstauchen Sie sich schnell das obere Sprunggelenk. Dabei werden die Bänder, die das Gelenk stützen, lädiert. Rutschen Sie aus oder stürzen mit den Skiern, wird vor allem das Kniegelenk malträtiert. „Meistens sind die Bänder oder der Meniskus betroffen“, fügt Schamberg-Bahadori hinzu.


Typische Verletzungsarten im Sport

  • Prellung

    Sie nennt sich im Fachjargon Kontusion. Donnert ein Volleyball auf Ihren Oberschenkel oder knallen Sie mit dem Arm auf den Boden, können Sie sich den betreffenden Körperbereich prellen. Dies äußert sich meist durch einen blauen Fleck und indem die Stelle anschwillt.


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  • Verstauchung

    Mediziner sprechen von einer Distorsion. Sie entsteht, wenn der Kapselbandapparat überdehnt wird. Die Einheit aus Gelenkkapsel und Bändern stabilisiert das Gelenk. Ist zum Beispiel das Sprunggelenk gestaucht, schmerzt es bei Bewegung heftig und schwillt an.


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  • Riss

    Medizinisch als Ruptur bezeichnet. Reißen kann ein Band ebenso wie eine Muskelfaser oder eine Sehne. Das passiert, wenn Sie die jeweilige Struktur derart überbeanspruchen, dass sie der einwirkenden Kraft nicht mehr standhält. Ein solcher Riss löst häufig ein knallendes Geräusch aus. Der Bereich schwillt an, schmerzt aber nicht immer.


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  • Verrenkung

    Ärzte bezeichnen die Verrenkung als Luxation. Am meisten gefährdet ist das Schultergelenk. Stürzen Sie mit ausgestrecktem Arm auf die Schulter, können Sie sich das Gelenk verrenken. Dabei verschieben sich die Gelenkflächen aus ihrer normalen Position. Die Folge: Der Bereich verliert seine Stabilität und die Knochenenden können in eine Fehlgestellung geraten. Bei einer Schultereckgelenksprengung, auch eine Verrenkung, kann beispielsweise das Ende des Schlüsselbeins nach oben ragen, was mit bloßem Auge erkennbar ist. Ist ein Gelenk verrenkt, treten starke Schmerzen auf und die Stelle schwillt an.


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  • Zerrung

    Von einer Distension sprechen Mediziner, wenn ein Muskel überdehnt wurde. Das kann passieren, wenn Sie, etwa beim Tennisspielen, abrupt abbremsen oder lossprinten. Eine Muskelzerrung betrifft meist überlastete, ermüdete oder noch „kalte“ Muskeln. Es stellt sich ein ziehender Schmerz ein.


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Was tun nach einer Sportverletzung?

Sind Ihre Bänder oder Muskeln lädiert, empfehlen Ärzte als Erste-Hilfe-Maßnahme die PECH-Regel. P bedeutet Pause – brechen Sie die Sporteinheit ab und legen eine Trainingspause ein, bis die Beschwerden verschwinden. E steht für Eis – kühlen Sie die betroffene Stelle, das lindert Schmerzen und vermindert die Schwellung. Dazu eignen sich Kältepackungen, die ein Gel enthalten. Bewahren Sie diese im Gefrierschrank auf und legen Sie ein Baumwolltuch zwischen Haut und Kühlelement, bevor Sie es anwenden. Mit C ist Kompression (englisch Compression) gemeint – legen Sie einen (nicht zu festen) Druckverband an. Bandagieren Sie den betroffenen Bereich vorsichtig mit einer elastischen Bandage. Kühlpackungen und Bandagen gibt es unter anderem in der Apotheke. Lassen Sie sich dort am besten dazu beraten. H bedeutet Hochlagern – legen Sie das Bein auf einen Stuhl oder Ähnliches. So schwillt die Stelle weniger stark an.

Wann zum Arzt?

„Sind Sie an den Bändern verletzt, sollten Sie dies grundsätzlich von einem Fachmann behandeln lassen“, rät der Mainzer Orthopäde Schamberg-Bahadori. Sonst können die Beschwerden chronisch werden oder die betreffenden Bänder schränken die Aufgaben des Gelenks ein. Haben Sie sich daher beim Sport verletzt und die Beschwerden sind stark, halten an oder nehmen sogar zu, dann suchen Sie unbedingt einen Arzt auf. Er kann zusätzlich überprüfen, ob tatsächlich "nur" die Bänder oder Muskeln verletzt sind, oder womöglich auch noch Knochen zu Bruch ging.

Wie lässt sich einer Sportverletzung am besten vorbeugen?

Ein Großteil der Blessuren ließe sich vermeiden, wenn Sie ein paar Regeln einhalten: Machen Sie beim Arzt einen Gesundheitscheck, bevor Sie sich nach längerer Pause wieder mehr bewegen möchten. Treiben Sie keinen Sport, wenn Sie erkältet sind. Lassen Sie sich die richtige Technik erklären, bevor Sie eine neue Sportart beginnen. Erkundigen Sie sich in einem Fachgeschäft, welche Ausrüstung sich für Ihren Sport empfiehlt und welche sich eher nicht eignet. Wärmen Sie sich vor der Sporteinheit für ein paar Minuten auf. Trainieren Sie regelmäßig, damit Sie fit bleiben. Überfordern Sie Ihren Körper nicht, indem Sie plötzlich ungewohnt viel machen. Schalten Sie einen Gang herunter, wenn Sie merken, dass Ihre Muskeln müde werden.



Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 17.11.2011
Bildnachweis: Fotolia/Pressmaster

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