durch zu rasches Absinken des Außendrucks hervorgerufene Schädigung des Körpers, die sich sofort oder auch erst Stunden später bemerkbar macht. Sie tritt z. B. auf bei zu raschem Auftauchen bei Tauchgängen oder Arbeit in Senkkästen (Caisson, Taucherglocke) sowie bei zu schnellem Steigflug in Flugzeugen ohne Druckkabine (Dekompression). Einer Taucherkrankheit kann vorgebeugt werden, indem die vorgeschriebenen Pausen beim Auftauchen bzw. Ausschleusen aus Senkkästen genau beachtet werden.
Ursache: Durch den schnellen Druckabfall werden die im Blut gelösten Gase (v. a. Stickstoff) in Form von Gasbläschen frei, die kleine Blutgefäße verstopfen (Gasembolie) oder auch direkt das Gewebe schädigen können. Betroffen sind v. a. Lunge, Herzmuskel, das Innenohr und das Zentralnervensystem.
Befund: Der Betroffene klagt über Juckreiz (sog. Taucherflöhe), Gelenk- und Muskelschmerzen. Akute Schmerzen im Brustkorb und starke Atemnot weisen auf eine Schädigung der Lunge hin, die evtl. zu einer Zerreißung von Lungengewebe führt (Pneumothorax). Außerdem können Herzschmerzen, Schwindel oder Störungen des Bewusstseins und Lähmungen bis zur Querschnittslähmung auftreten. Typische Spätfolgen sind Schäden des Knochengewebes (Knochennekrose) mit Knorpelschäden, v. a. an Oberschenkel und Oberarm.
Behandlung: Der Betroffene muss sofort in eine Druckkammer gebracht werden, in der zunächst mittels Überdruck die Sauerstoffkonzentration in Blut und Geweben wieder normalisiert wird und anschließend langsam über mehrere Stunden die Anpassung an den Normaldruck erfolgt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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