Sinusvenenthrombose,
Hirnvenenthrombose:Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombose) in einem oder mehreren der Blut ableitenden Hirngefäße. Ist nur der große Blutleiter der harten Hirnhaut beidseits des Keilbeins (Sinus cavernosus) betroffen, spricht man von einer Kavernosusthrombose.
Ursache: Die blande Sinusvenenthrombose tritt ohne äußere Einwirkung spontan auf. Risikofaktoren sind z. B. Schwangerschaft, Wochenbett, hormonelle Empfängnisverhütungsmittel, Operationen sowie Flüssigkeitsverlust oder Auszehrung bei Infektionskrankheiten oder Tumoren. Bei der septischen Sinusvenenthrombose handelt es sich um eine fortgeleitete Entzündung von einer Nasennebenhöhlenentzündung, Nasenfurunkeln oder einer Mittelohrentzündung.
Befund: Die Krankheitserscheinungen ähneln denen des Schlaganfalls, entwickeln sich jedoch langsamer, oft über einen Zeitraum von Tagen. Zunächst kommt es zu Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen, die oft als Migräne verkannt werden, im weiteren Verlauf treten epileptische Anfälle auf. Später kann es auch zu Lähmungen und psychischen Veränderungen kommen. Bei der septischen Sinusvenenthrombose bestehen außerdem Fieber sowie eine Rötung und Schwellung der Kopfhaut über dem betroffenen Hirngefäß. Zur Diagnose werden die Schädelcomputertomografie oder Kernspintomografie herangezogen.
Behandlung: Mithilfe von Gerinnungshemmern (zunächst Heparin, später für einige Monate Kumarine) wird eine Auflösung des Gerinnsels versucht und das Fortschreiten bzw. eine Neubildung verhindert. Bei der septischen Sinusvenenthrombose muss zusätzlich eine Antibiotikabehandlung erfolgen, außerdem evtl. eine operative Ausräumung des Entzündungsherdes.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 25.05.2011
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