Krebserkrankung v. a. des Knochenmarks, die von einer entarteten Plasmazelle ausgeht. Die sich unkontrolliert vermehrenden Plasmazellen erzeugen große Mengen an Immunglobulinen, deren Antikörperfunktion jedoch geschädigt ist (Paraproteine). Das Plasmozytom gehört zu den niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen.
Ursache: Der Grund für die Entstehung eines Plasmozytoms ist unklar. Die Erkrankung tritt meist jenseits des 50. Lebensjahres auf; Männer sind etwas häufiger betroffen. Anhand der Menge an Immunglobulinen in Blut und Urin, des Hämoglobingehalts und der Kalziumkonzentration im Blut werden drei Schweregrade unterschieden.
Befund: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, Knochenschmerzen und ischiasartige Nervenschmerzen (wegen der Zerstörung von Knochensubstanz), Anämie und Infektneigung (durch die Unterdrückung der normalen Blutkörperchenbildung im Knochenmark) sind erste Beschwerden. Bald stellen sich Schäden an den Nieren ein: Die Nieren sind meist vergrößert, die Nierenkanälchen häufig durch Ablagerung von Eiweißkörpern verstopft, die Nierenfunktion ist stark herabgesetzt und es werden große Mengen an Eiweiß ausgeschieden. Nachweisbar ist auch die erheblich erhöhte Menge an Immunglobulin im Blut. Die Diagnose wird erhärtet durch eine stark beschleunigte Senkungsgeschwindigkeit der Blutkörperchen, den Nachweis von Plasmazellen im Knochenmark und durch Röntgenuntersuchungen, welche die charakteristische Knochenzerstörung zeigen.
Behandlung: Eine Therapie ist erst ab dem zweiten Krankheitsstadium angezeigt und erfolgt dann als niedrig dosierte Chemotherapie. Bei jüngeren Betroffenen kann auch eine Hochdosistherapie mit der Zielsetzung einer Langzeitremission oder eine Knochenmarktransplantation mit der Zielsetzung der Heilung durchgeführt werden. Häufige Komplikation ist ein fortschreitendes Nierenversagen. Verursacht das Plasmozytom starke Schmerzen (durch Druck auf Nerven oder Rückenmark), wird eine Strahlentherapie des Tumors durchgeführt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 29.09.2011
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