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Benzolvergiftung

akute oder chronische Funktionsstörung des Organismus durch Aufnahme von Benzol.

Ursache: Zu einer Benzolvergiftung kommt es meist durch Einatmen benzolhaltiger Dämpfe, seltener durch Benetzung des Körpers oder Verschlucken z. B. von Lösungsmitteln. Betroffen sind meist Beschäftigte in der Farben-, Gummi- und Textilindustrie. Einatmen selbst kleiner Mengen Benzol über längere Zeiträume hinweg führt zu schweren Schäden der Nerven und des Blut bildenden Systems des Knochenmarks. Benzol lagert sich im Körper in Fettgewebe, Knochenmark, Gehirn und roten Blutkörperchen an und wird nur langsam abgebaut.

Befund: Bei der akuten Benzolvergiftung kommt es zu Reizungen der Haut und der Schleimhäute, Übelkeit und Erbrechen, Rausch- und Erregungszuständen, epileptischen Anfällen und Herzrhythmusstörungen. Später verliert der Betroffene das Bewusstsein, es kann zum Tod durch Kreislaufversagen und Atemlähmung kommen. Bei der chronischen Benzolvergiftung steht die Schädigung des Knochenmarks im Vordergrund: Es treten Störungen des Blutbildes auf, z. B. Blutarmut (Anämie), im Frühstadium Vermehrung, später Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und Blutplättchen (Thrombopenie), Letztere mit gehäuften Blutungen an Haut, Nase, Mundschleimhaut und Darm. Die Betroffenen klagen über Müdigkeit, Schwindel, Herzklopfen nach körperlichen Anstrengungen und Gewichtsverlust. Es kommt zu Schäden an Leber, Nieren und Blutgefäßen. Noch viele Jahre nach einem Kontakt mit Benzol kann sich eine Leukämie entwickeln.

Behandlung: Nach einer akuten Benzolvergiftung durch Einatmen erhält der Betroffene Sauerstoff und wird künstlich beatmet. Erste-Hilfe-Maßnahmen bestehen in der Zufuhr von Frischluft und dem Entfernen benzolgetränkter Kleidung. Wurde eine benzolhaltige Substanz verschluckt, kann die Aufnahme vom Darm in den Körper durch Aktivkohle und Abführmittel vermindert werden. Bei einer chronischen Benzolvergiftung werden die jeweils erkrankten Organe behandelt.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 04.10.2011

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